Leider können wir für den Januar-Kurs keine Anmeldungen mehr entgegennehmen. Der nächste Kurs beginnt am 14. Mai 2018.

INFOS ZUR FACHSPRACHPRÜFUNG IN NIEDERSACHSEN

„Fachsprachprüfung – wie geht das?“ Vortrag von Frau Dr. med. Tina Nietzschmann (Transkription des Videos der niedersächischen Ärztekammer)

   

„Ausländische Ärzte, die in Deutschland berufstätig sein möchten, müssen sich einer Fachsprachprüfung unterziehen. (= müssen eine Fachsprachprüfung machen).

Die Kriterien für die Fachsprachprüfung orientieren sich am C1 – Niveau. Die Fachsprachprüfung dauert ca. 1 Stunde und ist in 3 Abschnitte unterteilt, die jeweils ungefähr 20 Minuten dauern. Für die Prüfung stehen eine Reihe medizinisch gängiger Krankheitsfälle zur Verfügung. Im ersten Teil der Prüfung, im Arzt-Patienten-Gespräch, simuliert ein Prüfer einen Patienten, der in die Notaufnahme kommt. Der Prüfling muss eine umfassende Anamnese durchführen. Bei Unklarheiten kann und soll nachgefragt werden. Außerdem sollte eine Verdachtsdiagnose oder notwendige Untersuchungen patientengerecht erklärt werden. Wichtig ist, dass das Gespräch in für medizinische Laien verständlicher Umgangssprache durchgeführt wird, damit der Patient alles gut versteht und den Erklärungen folgen kann.

Im zweiten Teil, der Dokumentation, muss der Prüfling die Anamnese in schriftlicher Form zusammenfassen, inklusive Verdachtsdiagnose und Therapievorschlägen. Hierzu steht ein Befundbogen, wie er im Krankenhaus verwendet wird, zur Verfügung. Es sollte terminologische Fachsprache benutzt, die Inhalte strukturiert und prägnant in vollständigen Sätzen dargestellt werden und alle relevanten Informationen vollständig aufgelistet sein. Es werden auch Grammatik und Orthographie bewertet.

Im dritten Teil, dem Arzt-Arzt-Gespräch, muss der Prüfling den Patienten dem Prüfer vorstellen. Es wird über den Fall diskutiert und Verdachtsdiagnosen, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten besprochen. Auch hier kommt es darauf an, Fachterminologie zu verwenden. Wichtig ist, dass ein flüssiges Gespräch unter Kollegen, auch unterschiedlicher Fachdisziplinen, möglich ist. Fachliche Unkenntnis wird nicht negativ bewertet.

Allgemein wird ein guter Sprachfluss erwartet, bei dem nicht allzu häufig nach Wörtern gesucht werden muss. Es muss also ein guter allgemeiner Wortschatz vorhanden sein. Außerdem spielt die Grammatik eine bedeutende Rolle für die Verständlichkeit, z.B. bei Aufklärung.

Am Ende der Prüfung folgt eine kurze schriftliche Abfrage von gängigen medizinischen Fachbegriffen, die in Laiensprache bzw. in medizinische Fachsprache übersetzt werden müssen.

„Für mich war nicht so schwer. Ich meine, ich habe lange Zeit hospitiert, ich habe ein paar Monate hospitiert, ich habe einen Kurs besucht, einen B2/C1 – Kurs, und für mich war die Fachsprachprüfung nicht so schwer.“

Wichtig zu wissen, ist, dass bei der Bewertung nur die Deutschkenntnisse des Kandidaten beurteilt werden. Die medizinischen Fachkenntnisse werden und dürfen nicht beurteilt werden.

Die Fachsprachprüfung soll sicherstellen, dass die antragstellenden Ärzte ausreichend gut Deutsch sprechen und verstehen können, und zwar sowohl in medizinischer Laiensprache, als auch in terminologischer Fachsprache. Außerdem sollen sie in der Lage sein, Informationen schriftlich wiederzugeben, damit keine Fehler in der Übermittlung entstehen, die unter Umständen das Patientenwohl gefährden. Empfehlenswert ist, zur Vorbereitung auf die Prüfung den ganzen deutschen Alltag ins Deutschüben einzubetten. Gucken Sie deutsches Fernsehen, hören Sie deutsches Radio, lesen Sie deutsche Tageszeitungen. Sofern Angehörige mit vor Ort sind, sprechen Sie zu Hause Deutsch. Mitunter sind die eigenen Kinder bereits erfahrener in der deutschen Sprache und man kann von ihnen profitieren. Suchen Sie sich jemanden, der Sie korrigiert, wenn Sie Fehler machen. Nutzen Sie einfach jede Mögllichkeit, um Deutsch zu üben!“