Anamnesebericht eines Teilnehmers

Anamnesebericht Frau Mechthold (Korrigierte Version)

 

Frau Mechthold, eine 42-eine jährige Hausfrau, in übergewichtigem EZ , stellte sich mit gestern Nacht neu aufgetretenen Schmerzen vor allem im rechten Oberbauch vor. Sie schilderte, dass die Schmerzen kolikartig und progredient seien. Weiterhin gibt sie an, die Schmerzen würden zwischen beide Schulterblätter austrahlen. Auf ihre Nachfrage liegt  die Schmerzstärke bei 7-8 auf einer Zehnerskala. Ihr sei aufgefallen, dass der rechte Oberbauch druckempfindlich sei. Sie fügte hinzu, dass die Schmerzen nach Nahrungsaufnahme stärker geworden seien.

Darüber hinaus klagte sie über Nausea und Emesis und   Fieber von 39 °C.  Aufgrund der postprandialen Verstärkung der Schmerzen  leide sie an Appetitlosigkeit. Auch wenn sie Kaffee trinke, verschlimmere sich ihr Zustand. Ihr Stuhlgang sei bis letzte Nacht regelmäßig gewesen, seitdem habe sie keinen gehabt. Deshalb sind Angaben zu Farbe, Blut oder Schleimbeimengung unmöglich. Beim Wasserlassen seien keine expliziten Beschwerden zu verzeichnen. Ihre Regelblutung sei unauffällig.

An Vorerkrankungen sind  Mumps und Masern bekannt. Vor 20 Jahren habe sie einen Skiunfall mit Kreuz und Innenbandriss am linken Knie gehabt, seither treibe sie kaum Sport.

Sie  sei vor 12 Jahren mit dem Auto verunglückt  und habe danach eine leichtereGehirnerschütterung erlitten. Im 16. Lebensjahr sei eine Appendektomie erfolgt.

Medikamente nehme sie keine ein bis auf Aspirin bei Bedarf. Gelegentlich nehme sie Vitamintabletten ein. Allergien seien nicht bekannt.

Sie gibt an, seit 25 Jahren  2-3 Schachteln pro Woche   zu rauchen, was 12.5 PY entspricht. Sie trinke 1-2 Gläser Wein pro Abend am Wochenende. Sie habe keine anderen Drogen probiert.

Früher habe sie S  als Erzieherin im Kindergarten gearbeitet. Frau Mechthold lebt  mit Ehemann und ihren fünf Kindern in Reutlingen.

Anmerkungen zur Korrektur:

Die rot markierten Verben stehen im Konjunktiv I, weil sie in indirekter Rede die Aussage der Patientin wiedergeben.

Die grün markierten Passagen kennzeichnen Redewendungen, mit denen wir den Konjunktiv I vermeiden können, z.B. : 1) Auf ihre Nachfrage liegt die Schmerzskala…..2) Sie gibt an, seit 25 Jahren ….zu rauchen. Hier liegt die Struktur eines Infinitivs mit „zu“ vor. 3) An Vorerkrankungen sind …..bekannt.

Auch im letzten Satz wird der Indikativ verwendet: Frau M. lebt mit Ehemann und Kindern in Reutlingen. – (offensichtliches Faktum, das als solches dokumentiert ist.)

1) Die Patientin heißt Frau Mechthold

2) eine 42-jährige Hausfrau in übergewichtigem EZ

3) die Schmerzen würden zwischen beide S. ausstrahlen (KII – weil der Konj. I identisch mit dem Präsens ist) (nach würden kommt nur der Infinitiv ohne “zu”)

4) Auf ihre Nachfrage liegt die Schmerzskala…..- Indikativ, weil Einleitung durch: Auf Nachfrage

5) Satzanfänge variieren! Aufgrund der postprandialen Verstärkung leide sie an Appetitl (osigkeit – kein Umlaut – arbeitslos, kinderlos, ….

6) Kaffee – Nomen groß schreiben

7) …ihr Stuhlgang sei  bisher regelmäßig  gewesen – das war vor ihrer Aufnahme – daher Konj. I der Vergangenheit

8) beim Wasserlassen seiEN keine Beschwerden zu verzeichnen (Beschwerden – Plural -daher auch seien im Plural)

9) ….deshalb SIND Angaben (Plural)….zu ….nicht möglich. – wenn mehrere Nomen folgen, gebrauchen wir einfach “zu”

10) An VE sind Masern, Mumps…..bekannt. (Bekannt  bedeutet immer: Es wurde dokumentiert – daher Faktum, daher Indikativ)

11) Innenbandriss – Nomen – groß schreiben

12) Sie sei vor 12 Jahren mit dem Auto verunglückt – dies ist in der Vergangenheit passiert, daher Konj. I der Vergangenheit; Tekamolo – zuerst temporale Ergänzung danach modale Ergänzunge

13) ….und habe danach eine leichte/leichtere Gehirnerschütterung erlitten.

14) Medikamente nehme sie keine, außer…..ABER: An Medikamenten nehme sie A, B und C.

Keine Fehler, aber stilistisch wäre es besser, die Satzanfänge zu variieren: Sie rauche seit 25 Jahren, was 25 py entspricht. Alkohol trinke sie hingegen nur gelegentlich, am Wochenende 1-2 Gläser Wein. Früher habe sie als Erzieherin im K. gearbeitet. Frau Mechthold lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Reutlingen. (Faktum – dokumentiert)

 

 

 

 

 

 

Anamneseübung mit leiser Hintergrundmusik – als Vorbereitung auf den Arztbrief in der Fachsprachprüfung

Guten Abend,

heute Abend möchte ich meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder mit einer gesprochenen Anamnese mit entspannender Hintergrundmusik verwöhnen. Dazu gibt es, wie immer die Aufgabe, diesen Anamnesebericht mehrmals zu hören und im Anschluss aus dem Gedächtnis nachzuschreiben.

Nach dem ersten Lesen erläutere ich sprachliche Strukturen und weise auf grammatikalische Besonderheiten hin. Wichtig sind neben der korrekten Sprache auch variable Satzanfänge!

Im Anschluss lese ich den Text ein zweites Mal. Die Anamneseberichte sind dann die Grundlage für weiterführende Aufgaben: Differentialdiagnosen, Verdachtsdiagnosen, weiterführende Untersuchungen und Therapie. Man kann also mit einem solchen Fall wunderbar arbeiten.

Übrigens finden Sie diesen und auch andere Fälle in der radiologischen Fallsammlung der Universtitätsklinik Heidelberg. Hier ist die Adresse:

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Radiologische-Fallsammlung.111172.0.html

Fall: 50 – jähriger Patient mit Schmerzen im linken Unterbauch

Anamnese und klinische Angaben

„Ein 50-jähriger Patient kommt mit akut aufgetretenen, anhaltenden Schmerzen im linken Unterbauch, die in die linke Flanke austrahlen, in die Notfallambulanz. Der Patient klagt über Übelkeit, Erbrechen und starke Tenesmen (krampfartige Schmerzen vor oder nach dem Stuhlgang). In den letzten Jahren sei die Verdauung unregelmäßig gewesen mit abwechselnden Diarrhöen und Obstipation.“

(Variante: Ein 50-jähriger Patient stellt sich mit Schmerzen im linken Oberbauch in der Notfallambulanz vor. Die Schmerzen seien akut aufgetreten, dauerhaft und würden in die linke Flanke ausstrahlen.)

Laborwerte

Der Patient ist fiebrig und zeigt laborchemisch eine Leukozytose und CRP-Erhöhung.

Körperlicher Untersuchungsbefund:

Der körperliche Untersuchungsbefund zeigt eine Druckdolenz im linken Unterbauch mit lokaler Abwehrspannung

 

Wie lautet Ihre Verdachtsdiagnose? Welche Differentialdiagnosen kommen in Betracht? Welche weiterführenden Untersuchungen schlagen Sie vor? Welche Therapiemöglichkeiten sehen Sie?

 

Wir wünschen Ihnen allen ein großartiges Neues Jahr 2018 – Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit!

Hallo, da bin ich mal wieder – ich wünsche Ihnen allen ein gutes Neues Jahr 2018 –

Viel Glück, Zufriedenheit, Erfolg und Gesundheit!

 

 

Ich habe nun schon lange nichts mehr in meinem Blog geschrieben. Warum? – Weil ich eine Augen-OP hatte und meine Augen schonen musste. So habe ich zwar unterrichtet, aber versucht, so wenig wie möglich am PC zu arbeiten.

Aber jetzt geht es besser – und nun kann ich Ihnen wieder einiges erzählen.

Im Januar hat unser neuer Hauptkurs begonnen – mit 11 wunderbaren jungen Ärzten aus ganz unterschiedlichen Ländern: aus Russland, Spanien, Brasilien, Nigeria, Mazedonien, Syrien, Palästina, Mexiko und Indien.  Sie sind alle supermotiviert und sehr, sehr fleißig – viele von ihnen haben schon einige Jahre Berufserfahrung – Deutschland kann sich freuen 🙂

Und vor einer Woche  hat unser Grundkurs für indische Ärzte begonnen – herzlich willkommen in Deutschland! Leider sind noch nicht alle da – einige warten noch immer auf ihr Visum. Wenn alle da sind und sich dann ein bisshen eingelebt haben, werde ich alle vorstellen.

Vielleicht möchten Sie in der Zwischenzeit erfahren,  wie es den Teilnehmern unseres Hauptkurses geht? Und wie die Arbeit vorangeht?

Aktuell befinden wir uns ab morgen in der 6. Woche – und beginnen nun mit der Patientenfallvorstellung. Zunächst lernen wir die Strukturen und den Aufbau einer guten Patientenvorstellung kennen – danach üben wir an konkreten Fällen.

Unsere fleißigen Ärzte haben von Anfang an – also seit der 2. Woche – Referate über die gängigsten Krankheitsbilder der Bereiche Innere Medizin und Chirurgie gehalten – ab der nächsten Woche werden wir dabei unterstützt von unserer Simulationspatientin und unserer Tutorin Tabea. Beide werden unsere Teilnehmer mit ihren Fällen überraschen – und sich als Simulationspatienten zur Verfügung stellen. Dann werden abwechselnd jeweils zwei Teilnehmer zunächst die Anamnese erheben – im Anschluss werden alle Teilnehmer einen Anamnesebericht schreiben – und danach werden unsere beiden Ärzte, die die Anamnese erhoben haben, ihren Patienten vorstellen.

Wenn unsere Teilnehmer einverstanden sind, werde ich einige dieser Anamnesegespräche und Patientenvorstellungen aufzeichnen, dann können Sie sie hier in meinem Blog anhören bzw. anschauen.

Was machen wir noch? Wie Sie wissen, ist auch ein Arztbrief Bestandteil der Prüfung. Um unsere Teilnehmer zu motivieren, regelmäßig gute Anamneseberichte zu hören und zu lesen, gebe ich täglich einen kleinen Input per Whats App an unsere Gruppe weiter.Aktuell arbeite ich  mit dem Buch „Die 50 wichtigsten Fälle Innere Medizin“ vom Verlag Urban & Fischer. Dieses Buch kann ich Ihnen wärmstens empfehlen: Es bereitet Sie nicht nur sehr gut auf die Fachsprachprüfung vor, sondern wird Ihnen auch später bei der Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung helfen.

Dabei wähle ich einen interessanten Fall aus, lese ihn 2 x langsam vor – und anschließend mache ich unsere Teilnehmer auf sprachliche Wendungen, auf bestimmte grammatikalische Besonderheiten hin – dies kann ihnen helfen, selbst gute Arztbriefe zu schreiben.

Eine große Hilfe bei der Vorbereitung auf die wichtigsten Themen der Fachsprachprüfung ist das Lernprogramm „Amboss“, mit dem sich angehende Ärzte auf das 2. medizinische Staatsexamen vorbereiten. Bei Amboss, oder auch bei medscape, dem Wissensportal für Mediziner und Ärzte aller Fachbereiche,  oder auch im Deutschen Ärzteblatt  finden wir relevante Informationen zu allen wichtigen Themen, auch zu dem oft komplizierten Bereich des Medizinrechts, der auch Bestandteil der Fachsprachprüfung ist – zumindest der Telc Fachsprachprüfung.

Wir Dozenten sehen uns als Wegbegleiter und Coaches – und versuchen, unseren Teilnehmern Mittel und Wege aufzuzeigen, sich das notwendige Wissen anzueignen. Dieses Konzept funktioniert sehr gut!

Mittlerweile haben sich in unserem Kurs wunderschöne Freundschaften entwickelt – wir sind eine richtige kleine oder auch große Lernfamilie geworden.

Und heute – am heiligen Sonntag – hat sich diese Lernfamilie sogar in der Bibliothek der Uni-Klinik getroffen, um gemeinsam zu lernen. Das Schönste dabei ist: Sie lernen nicht nur, sondern haben dabei auch Spaß 🙂

 

So, für heute sage ich erst mal „Tschüss“ – und ich melde mich ganz bestimmt sehr bald wieder.

 

Herzlichst

Ihre Odile Ullner

Darf ich uns vorstellen? Ab Januar starten wir gemeinsam in eine spannende Zukunft: Deutsch for Docs und EmsigPro

Hallo, hier bin ich mal wieder! Dieses Mal komme ich nicht allein, sondern mit unseren indischen Freunden:)

Unser indisch-deutsches Quartett versteht sich bestens:) Darf ich bekannt machen?
Frau Pravallika Jallipalli, CEO von „EmsigPro“, Dr. med. Sreenath Narayan von „EmsigPro“, Ewgeni Warnowizki und ich (von „Deutsch for Docs“)

Ab Januar 2018 startet unser neues Kooperationsprojekt: „Deutsch for Docs & EmsigPro“ mit einem Langzeitkurs für indische Ärzte

Wir haben schon mal eine Probefahrt gemacht!

Hier erzähle ich etwas über unseren Kurs, Dozenten, Methoden und die Fachsprachprüfung

 

Unsere indischen Kooperationspartner, Frau Pravallika Jallipalli, CEO, und Herr Dr. Sreenath Narayan, haben uns in Göttingen besucht und sich einmal umgeschaut: zunächst in unserem Seminarräumen und dann auch an einem besonders spannenden Ort: im Ärztlichen Simulations-und Trainingszentrum der Uni-Klinik in Göttingen: Hier sind wir 

Im Übungs-und Seminarraum des Trainingszentrums haben Sophie und ich ein Rollenspiel simuliert: Sophie, unsere tolle Tutorin als Ärztin und ich als Patientin: Hier ist der Link zum Video

Hier sind wir im Sonographie-Übungsraum

Und hier der Blick aus dem Trainingszentrum in die Bibliothek der Uni-Klinik

Der Rundgang durch das ärztliche Simulations-und Trainingszentrum hat unseren indischen Freunden sehr gut gefallen. Das Zentrum existiert übrigens seit 2009 und wurde, wie Sophie erklärte, zum großen Teil aus Studiengebühren finanziert. Die Studenten lernen hier den praktischen Umgang mit Geräten an Simulatoren und Trainingspuppen, zum Beispiel, Blut abzunehmen, eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen und vieles mehr.

Nach einem langen Tag voller neuer Eindrücke erholen wir uns in einem gemütlichen Café in der Innenstadt
Hier gibt es eine typisch deutsche Spezialität: den Baumkuchen.

Nach einem schönen Konzert am Abend und einer Stadtführung durch die schöne Altstadt von Göttingen heißt es erst einmal Abschied nehmen.

Und unseren indischen Ärzten sagen wir schon jetzt einmal:

Willkommen in Göttingen, in unserem
Fachsprachkurs Medizin von „Deutsch for Docs“ und „EmsigPro!“

WELCOME !

 

Hallo, liebe Ärztinnen und Ärzte – es gibt Neuigkeiten aus und für Niedersachsen!

Hallo, hier bin ich mal wieder, dieses Mal mit einer kurzen Info über die Fachsprachprüfung in Niedersachsen!

Die Ärztekammer Niedersachsen hat ein Video auf Youtube gestellt, in dem Sie sich über den Ablauf und die Inhalte der Fachsprachprüfung informieren können.

„Fachsprachprüfung für ausländische Ärzte – Wie geht das?“

Hier ist der Link zum Video: Und für alle diejenigen, die nicht alles gut so gut verstehen können, habe ich das Video transkribiert. Sie finden den Text zum Video direkt darunter.

INFOS ZUR FACHSPRACHPRÜFUNG IN NIEDERSACHSEN
„Fachsprachprüfung – wie geht das?“ Vortrag von Frau Dr. med. Tina Nietzschmann
(Transkription des Videos der niedersächsischen Ärztekammer)

„Ausländische Ärzte, die in Deutschland berufstätig sein möchten, müssen sich einer Fachsprachprüfung unterziehen. (= müssen eine Fachsprachprüfung machen).
Die Kriterien für die Fachsprachprüfung orientieren sich am C1 – Niveau. Die Fachsprachprüfung dauert ca. 1 Stunde und ist in 3 Abschnitte unterteilt, die jeweils ungefähr 20 Minuten dauern. Für die Prüfung stehen eine Reihe medizinisch gängiger Krankheitsfälle zur Verfügung. Im ersten Teil der Prüfung, im Arzt-Patienten-Gespräch, simuliert ein Prüfer einen Patienten, der in die Notaufnahme kommt. Der Prüfling muss eine umfassende Anamnese durchführen. Bei Unklarheiten kann und soll nachgefragt werden. Außerdem sollte eine Verdachtsdiagnose oder notwendige Untersuchungen patientengerecht erklärt werden. Wichtig ist, dass das Gespräch in für medizinische Laien verständlicher Umgangssprache durchgeführt wird, damit der Patient alles gut versteht und den Erklärungen folgen kann.
Im zweiten Teil, der Dokumentation, muss der Prüfling die Anamnese in schriftlicher Form zusammenfassen, inklusive Verdachtsdiagnose und Therapievorschlägen. Hierzu steht ein Befundbogen, wie er im Krankenhaus verwendet wird, zur Verfügung. Es sollte terminologische Fachsprache benutzt, die Inhalte strukturiert und prägnant in vollständigen Sätzen dargestellt werden und alle relevanten Informationen vollständig aufgelistet sein. Es werden auch Grammatik und Orthographie bewertet.
Im dritten Teil, dem Arzt-Arzt-Gespräch, muss der Prüfling den Patienten dem Prüfer vorstellen. Es wird über den Fall diskutiert und Verdachtsdiagnosen, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten besprochen. Auch hier kommt es darauf an, Fachterminologie zu verwenden. Wichtig ist, dass ein flüssiges Gespräch unter Kollegen, auch unterschiedlicher Fachdisziplinen, möglich ist. Fachliche Unkenntnis wird nicht negativ bewertet.
Allgemein wird ein guter Sprachfluss erwartet, bei dem nicht allzu häufig nach Wörtern gesucht werden muss. Es muss also ein guter allgemeiner Wortschatz vorhanden sein. Außerdem spielt die Grammatik eine bedeutende Rolle für die Verständlichkeit, z.B. bei Aufklärung.
Am Ende der Prüfung folgt eine kurze schriftliche Abfrage von gängigen medizinischen Fachbegriffen, die in Laiensprache bzw. in medizinische Fachsprache übersetzt werden müssen.
„Für mich war nicht so schwer. Ich meine, ich habe lange Zeit hospitiert, ich habe ein paar Monate hospitiert, ich habe einen Kurs besucht, einen B2/C1 – Kurs, und für mich war die Fachsprachprüfung nicht so schwer.“
Wichtig zu wissen, ist, dass bei der Bewertung nur die Deutschkenntnisse des Kandidaten beurteilt werden. Die medizinischen Fachkenntnisse werden und dürfen nicht beurteilt werden. Die
Fachsprachprüfung soll sicherstellen, dass die antragstellenden Ärzte ausreichend gut Deutsch sprechen und verstehen können, und zwar sowohl in medizinischer Laiensprache, als auch in terminologischer Fachsprache. Außerdem sollen sie in der Lage sein, Informationen schriftlich wiederzugeben, damit keine Fehler in der Übermittlung entstehen, die unter Umständen das Patientenwohl gefährden. Empfehlenswert ist, zur Vorbereitung auf die Prüfung den ganzen deutschen Alltag ins Deutschüben einzubetten. Gucken Sie deutsches Fernsehen, hören Sie deutsches Radio, lesen Sie deutsche Tageszeitungen. Sofern Angehörige mit vor Ort sind, sprechen Sie zu Hause Deutsch. Mitunter sind die eigenen Kinder bereits erfahrener in der deutschen Sprache und man kann von ihnen profitieren. Suchen Sie sich jemanden, der Sie korrigiert, wenn Sie Fehler machen. Nutzen Sie einfach jede Mögllichkeit, um Deutsch zu üben!“ 

 

Wichtig! Die medizinischen Fachkenntnisse dürfen in der Fachsprachprüfung nicht bewertet werden!

Siehe hierzu den Artikel des Marburger Bunds zu den Eckpunkten der Gesundheitsministerkonferenz als PDF

 

Eckpunkte zur Überprüfung der für
die Berufsausübung erforderlichen
Deutschkenntnisse in den
akademischen Heilberufen

 

Hier ist der Link dazu: Siehe besonders Seite 6, Punkt 1: (rot markiert)

https://www.gmkonline.de/documents/TOP73BerichtP_Oeffentl_Bereich.pdf

https://www.marburger-bund.de/sites/default/files/dateien/seiten/faq-foreign-physicians/deutschkenntnisse-german-requirements-approbation-2017-04.pdf

https://www.gmkonline.de/documents/TOP73BerichtP_Oeffentl_Bereich.pdf

 

I.Erforderliche deutsche Sprachkenntnisse für die Erteilung einer Berufserlaubnis:
Grundsätzlich gelten für die Erteilung der Berufserlaubnis dieselben sprachlichen Anforderungen wie für die Erteilung der Approbation (I.1). Ist die Erlaubnis zur Ausübung des Berufs als Arzt/Ärztin, Zahnarzt/Zahnärztin, Apotheker/in oder Psychotherapeut/in auf bestimmte Tätigkeiten beschränkt, können diese Anforderungen ausnahmsweise unterschritten werden. In diesem Fällen ist von der Approbationsbehörde durch Auflagen sicherzustellen, dass eine Gefährdung des Patientenwohls und der öffentlichen Gesundheit ausgeschlossen ist.
II.
Nachweis der unter I. für die Berufsausübung beschriebenen notwendigen deutschen Sprachkenntnisse
II.1 Die erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse gelten als nachgewiesen bei Antragstellern, bei denen die Genehmigungsbehörde ohne Zweifel feststellt, dass
– Deutsch in Wort und Schrift fließend (z.B. als Muttersprache) beherrscht wird oder der Abschluss der ärztlichen, zahnärztlichen, pharmazeutischen oder psychotherapeutischen Ausbildung (Ausbildungsnachweis) in deutscher Sprache erworben wurde.
Der Nachweis der erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse gilt in der Regel als erbracht, wenn die oder der Antragstellende
– den Abschluss einer mindestens zehnjährigen allgemeinbildenden Schulbildung an einer deutschsprachigen Schule oder
– den Abschluss einer mindestens dreijährigen Berufsausbildung in deutscher Sprache erworben hat.
II.2 Sofern der Nachweis nicht nach II.1. als erbracht gilt, gelten die für die Berufsausübung erforderlichen Sprachkenntnisse durch Vorlage einer Bescheini-
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gung über einen nachfolgend präzisierten, erfolgreich abgelegten Sprachtest, der nicht länger als drei Jahre zurückliegen darf, als nachgewiesen.
Dieser Sprachtest muss folgenden Mindestanforderungen genügen:
1. Der Sprachtest umfasst
– ein simuliertes Berufsangehöriger-Patienten-Gespräch, in dem die unter I.1 in Bezug auf die Kommunikation zwischen Berufsangehörigen und Patienten beschriebenen Anforderungen unter Beweis gestellt werden (20 Minuten),
– das Anfertigen eines in der ärztlichen, zahnärztlichen, pharmazeutischen oder psychotherapeutischen Berufsausübung üblicherweise vorkommenden Schriftstückes (z.B. Kurz-Arztbrief) zum Nachweis der unter I.1 beschriebenen schriftlichen Sprachanforderungen (20 Minuten),
– ein Gespräch mit einem Angehörigen derselben Berufsgruppe, bei Apothekern auch mit einer zur Ausübung der Heilkunde, Zahnheilkunde
oder Tierheilkunde berechtigten Person zum Nachweis der unter I.1. beschriebenen Anforderungen in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen oder im Team (20 Minuten),
und dient vor allem der Überprüfung des Hörverstehens sowie der mündlichen und schriftlichen Ausdrucksfähigkeit. Das Fachwissen der Antragstellenden darf in diesem Zusammenhang nicht überprüft werden.
2. Der Sprachtest findet in Form einer Einzelprüfung statt. Die Bewertung des Sprachtests erfolgt durch mindestens zwei Prüferinnen oder Prüfer, von denen mindestens die Hälfte Angehörige der Berufsgruppe sind, der auch der oder die Antragstellende angehört. Die Prüferinnen und Prüfer sollen Deutsch als Muttersprache beherrschen. Prüferinnen und Prüfer, die dem Bewertungsgremium im Sinne von Satz 2 als Berufsangehörige angehören und die Voraussetzung nach Satz 3 nicht erfüllen, müssen über eine in Deutschland erteilte Approbation und mehrjährige Berufserfahrung in Deutschland verfügen.
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3. Der Sprachtest wurde erfolgreich abgelegt, wenn das Bewertungsgremium zu der Feststellung gelangt ist, dass der oder die Antragstellende alle unter I.1 für die entsprechende Berufsgruppe beschriebenen Sprachanforderungen erfüllt. Wird der Sprachtest wiederholt, muss er als Ganzes wiederholt
werden. Die Anzahl der Wiederholungsmöglichkeiten ist nicht begrenzt.
Die Länder können bestimmen, dass der Sprachtest bei der für die Erteilung der Approbation oder Berufserlaubnis zuständigen Behörde oder einer Heilberufekammer abgelegt werden muss. Die Länder streben dabei eine Bundeseinheitliche Vorgehensweise an. Wurde durch die zuständige Behörde oder eine beauftragte Heilberufekammer festgestellt, dass die oder der Antragstellende die unter I.1. für die entsprechende Berufsgruppe beschriebenen Sprachanforderungen erfüllt, so wird die entsprechende Bescheinigung auch in einem anderen Land als Nachweis der erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse im Verfahren zur Erteilung einer Approbation oder Berufserlaubnis
akzeptiert.

 

 

 

 

 

Unser aktueller Ärztekurs im Juli 2017

Hallo, hier bin ich mal wieder – diesmal mit ein paar tollen Fotos aus unserem aktuellen Kurs – und natürlich auch mit wirklich guten Beiträgen unserer Teilnehmer.

Darf ich vorstellen?

Dies ist unser Kurs am Ende der 9. Woche: Unsere Ärzte kommen aus der Ukraine, aus dem Kosovo, aus Syrien, Ecuador und aus Indien.

Heute gibt es was zu feiern: Drei unserer Teilnehmer haben bereits eine feste Stellenzusage!

Gerade haben wir die 9. Woche unseres Kurses abgeschlossen: Mittlerweile sind unsere Teilnehmer schon richtig fit – sie erheben die Anamnese schon sehr professionell, stellen Patienten vor (wir arbeiten mit Simulationspatienten und Tutoren der Uni – Klinik Göttingen – so üben wir von Anfang an authentische Szenarien im Krankenhaus) – sie können Patienten über verschiedene diagnostische Untersuchungen, Krankheitsbilder und Therapien aufklären, Berichte und Arztbriefe schreiben…….

Hier kommen wieder einige Übungen aus unserem Kurs – sie eignen sich auch gut zur Vorbereitung
auf die Fachsprachprüfung 🙂

Patientenvorstellung: Verdacht auf Morbus Crohn

Verdacht auf Morbus Crohn (Patientenvorstellung)

Ein 29-jährige PatientIN, Frau Maria Kramer, stellte sich wegen zunehmend starker Schmerzen im rechten Unterbauch vor. Sie berichtete,dass die Schmerzen seit gestern Abend bestünden und seither an Intensität zugenommen hätten.Begleitend seien blutiger Durchfall,Müdigkeit und Gelenkschmerzen aufgetreten. Der blutige Durchfall habe vor einer Woche eingesetzt. Außerdem fühle sie sich seit dieser Zeit fiebrig. Frau Kramer erwähnte außerdem, in letzter Zeit 3 kg an Gewicht verloren zu haben. Außer einem Antidiarrhoikum gegen die Beschwerden habe sie keine Medikamente eingenommen. Allergien seien ihr nicht bekannt. Sie sei in letzter Zeit nicht im Ausland gewesen. (nicht steht VOR einer Präposition) Es sind keine relevanten Vorerkrankungen oder frühere Operationen bekannt. (sie sei bis jetzt nicht jetzt operiert worden. Ein Nikotinkonsum bestehe seit 10 Jahren, sie rauche ,täglich ein Päckchen .(seit + Dativ) Aus der Familienanamnese ist bekannt,dass ihr Vater an einem Bluthochdruck und ihre Mutter an einem Diabetes erkrankt sind.

Frau Kramer ist Apothekerin von Beruf, nicht verheiratet und hat keine Kinder.

Im Anschluss an die Anamnese habe ich eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Bei der körperlichen Untersuchung ergab sich bei reduziertem AZ ein kachektischer EZ. (In der körperlichen – Wo ergab sich…? – Wo – Dativ)

Die Vitalparameter zeigten eine subfebrile Temperatur. (Vitalparameter – 1 Wort)
Die übrigen Parameter waren normal.
Bei der Auskultation des Abdomens ließen sich normale Darmgeräusche feststellen.
Es fand sich jedoch ein Druckschmerz im rechten Unterbauch (es fand sich EIN Druckschmerz – Singular – daher: fand sich)
Bei der rektalen Untersuchung fanden sich Blut und Schleim (ohne von)
Die übrigen Untersuchungen erbrachten keine Befunde
Die klinischen Befunde deuten am ehesten auf eine chronische entzündliche Darmerkrankung hin
Alternativ kommen auch Gastritis und Colitis ulcerosa in Betracht (Alternativ – ohne e – es ist ein Adverb)
Zur weiteren Abklärung würde ich eine Blutuntersuchung veranlassen
Um eine Gastritis auszuschließen, würde ich eine Stuhluntersuchung machen lassen
Bei der Stuhluntersuchung ergaben sich keine Befunde (keine Befunde ist hier das Subjekt, daher steht auch das Verb im Plural (oder: Die Stuhluntersuchung ergab keine Befunde. – hier ist die Stuhluntersuchung Subjekt, daher steht auch das Verb im Singular )
In der Laboruntersuchungen zeigten sich erhöhte Entzündungsparameter und ein niedriger Hb-wert.
Erhöhte Entzündungsparameter und ein niedriger Hb wert können ein Hinweis auf M.Crohn sein.
Sollte sich der Verdacht auf M.Crohn erhärten, würde ich eine Sonographie und eine Koloskopie durchführen
Sonographisch zeigte sich eine ödematose Verdickung der Kolonwand.
Das typische Zeichnen der Sonographie und die Koloskopie haben den Verdacht auf M.crohn erhärtet.
Als Behandlungsplan würde ich mit einem Glukokortikoid beginnen
Bei diesem Fall war Mittel der Wahl Prednisolon

Unter dieser Therapie kam es zu einer klinischen Besserung. Nach Abschluss der Therapie empfehlen wir der Patientin eine fettarme Ernährung und den Verzicht auf Tabakkonsum


Kurzarztbrief (Hiatushernie)

Gemeinschaftspraxis Dr. Benjamin Blümchen, Blumenstr. 11, Göttingen

Frau
Dr. Anna Lindner
Blumenstr. 8
38075 Göttingen

Betr. Frau Gesine Rau, geb. 01.01.1956

Sehr geehrte Frau Dr. Lindner,

vielen Dank für die freundliche Überweisung Ihrer o.g. Patientin, die sich am 17.02.2017 zur Durchführung einer Gastroskopie in der Praxis vorstellte.

Die Patientin berichtete, sie habe seit drei Wochen wieder vermehrt Sodbrennen, trotz Einnahme von 2x 40 mg Pantoprazol.

17.02.2017 Die Gastroskopie wurde unter Sedierung mit Propofol durchgeführt. Das Videoendoskop konnte komplikationslos bis in das absteigende Duodenum vorgeschoben werden. Im absteigenden Duodenum fanden sich unauffällige Schleimhautverhältnisse. Die Schleimhaut im Bulbus duodeni zeigte keinen pathologischen Befund. Der Pylorus war rund und gut passierbar. Im Bereich des Antrums fanden sich regelrechte Schleimhautverhältnisse. Die Corpusschleimhaut war unauffällig. In Inversion zeigte sich eine axiale Hiatushernie. Die Z-Linie zeigt zungenförmige Ausläufer. Die Ösophagusschleimheat zeigte eine Ösophagitis 2. Grades. Probeexcisionen wurden entnommen. Der histologische Befund liegt in Kopie anbei.

Zusammenfassend zeigt sich eine axiale Hiatushernie mit dem Bild einer Refluxösophagitis II°. Ich besprach mit der Patientin nochmals die Ausnutzung der diätetischen und physikalischen Maßnahmen sowie die jetzt konsequente Einnahme von 80 mg Pantoprazol, sollte es hierunter nicht zu einer Beschwerdebesserung kommen, müsste evtl. langfristig über operative Maßnahmen nachgedacht werden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Benjamin Blümchen

 

Fallvorstellung paVK (Lückentextaufgaben)

Ein 68-jähriger berenteter Koch …………stellte……….. …sich……. wegen seit 2 Tagen bestehend_er__, ziehend_er__ Schmerzen der linken Wade …vor…., die …sich……… wie besonders schwerer Muskelkater ………anfühlen….. ……würden…………. Wenn er längere Strecken laufe, müsse er stehenbleiben, weil er sonst Schmerzen bekomme. Dabei …habe……… er gar keinen Sport ……………getrieben……, sondern aufgrund ein__es___ leicht_en___

grippal__en___ Infekts___, der inzwischen abgeklungen sei…………, einige Tage auf der Couch verbracht. Außerdem …leide…………..er schon seit längerer Zeit unter Schluckbeschwerden und ………müsse…………. häufig nach dem Essen unverdaute Speisen wieder hochwürgen. Er ……freue……………… sich hingegen über

eine von selbst erfolgte, deutliche Gewichtsabnahme, da er seit seiner Berentung stark zugenommen …………habe……….. Er sei 179 cm groß und wiege 108 kg. Der Mann sei starker Raucher, er rauche seit ca. 40 Jahren ein Päckchen Zigaretten pro Tag. Alkohol trinke er nur zu festlichen Anlässen. Außer einem DM werden Vorerkrankungen verneint, allerdings ……habe…………….. er lange keinen Arzt mehr aufgesucht.

Verben: sich vorstellen; sich anfühlen; Sport treiben, leiden; sich freuen; zunehmen; einen Arzt aufsuchen

Wörtliche Rede des Patienten:

„…..Ich habe seit 2 Tagen ….Schmerzen an der linken Wade, die sich wie ….Muskelkater anfühlen. Wenn ich längere Strecken laufe, muss ich stehenbleiben, weil ich sonst Schmerzen bekomme. Dabei habe ich gar keinen Sport getrieben, sondern…..Außerdem leide ich unter Schluckbeschwerden und muss häufig nach dem Essen Speisen wieder hochwürgen. Ich freue mich hingegen über die Gewichtsabnahme, da ich seit meiner Berentung zugenommen habe. Ich bin 179 cm groß und wiege 108 kg. Außer meinem Diabetes habe ich keine Vorerkrankungen, allerdings habe ich lange keinen Arzt mehr aufgesucht.“


Redemittel zum Schreiben eines Anamneseberichts + Vorschlag für weiterführende Untersuchungen und Therapie

 

  1. Ein 45-jähriger Patient (eine 45-jährige Patientin) , 170 cm, 90 kg, stellte sich mit abdominellen Schmerzen vor, die 30-60 Minuten nach der Hauptmahlzeit eingesetzt hätten.

Oder: Frau Müller, eine 45-jährige Patientin, stellte sich heute in der Notaufnahme vor. Sie klagte über abdominelle Schmerzen, die …..hätten. (Sie berichtete, dass sie an abdominellen S.leide, die….)

Sie gibt an, dass sie seit 2 Stunden konstante Schmerzen im Oberbauch habe-vorher seien bereits Schmerzattacken aufgetreten, diese seien jedoch innerhalb weniger Minuten vorbei gewesen. Oder: Sie beschreibt die Symptome als seit 2 Stunden bestehende Oberbauchschmerzen…..oder:

Der Patientin zufolge hat sie seit 2 Stunden konstante Schmerzen im Oberbauch. Oder: Laut der Patientin hat sie …..

Die Schmerzen würden in den Rücken und in die rechte Schulter ausstrahlen. Oder: Laut der Patientin strahlen die Schmerzen in den Rücken und in die rechte S. aus.

Des Weiteren (außerdem, darüber hinaus, weiterhin…) erwähnt sie starke Übelkeit und eine Episode mit Erbrechen. Oder: …..Außerdem klagt sie über starke Übelkeit und mehrmaliges Erbrechen.

Diagnostik:

  1. Akute, krampfartige Oberbauchschmerzen, die in den Rücken und die rechte Schulter ausstrahlen, sprechen bei einer adipösen 45-jährigen Frau am ehesten für eine Cholezystolithiasis im Sinne einer akuten Gallenkolik.

Differentialdiagnostisch könnten auch andere Erkrankungen intraabdominell in Betracht gezogen werden/Folgende Differentialdiagnosen sollte man ebenfalls in Erwägung ziehen:

Eine akute Pankreatitis; eine Appendizitis (hier sollten die typischen Schmerzpunkte getestet werden (Mc. Burney, Lanz); ein Ulcus Duodeni, also ein 12-Fingerdarmgeschwür, eine Gastritis, ein Ileus, eine Nephrolithiasis.

Als extraabdominelle Verdachtsdiagnosen kommen auch ein akutes Koronarsyndrom, eine Lungenembolie und eine Pleuritis in Betracht. (…..sind auch…..möglich./sollte man auch an ein…….denken.)

Zur Diagnostik würde ich gern folgende Untersuchungen durchführen: a) zunächst würde ich eine Abdomensonographie zur Beurteilung der Gallenblase und der Gallenwege vornehmen; im Anschluss daran sollte ein Röntgen-Abdomen zum Ausschluss einer Hohlorganperforation (Magen, Darm, Gallenblase, Gallengänge) oder eines Ileus erfolgen/durchgeführt werden; weiterhin würde ich notwendige Laboruntersuchungen veranlassen, also Blutbild, Entzündungsparameter – zum Ausschluss einer Cholezystitis; Blutuntersuchungen zum Ausschluss einer Pankreatitis – z.B. deuten erhöhte Enzymwerte von Lipase, Amylase, oder des Proteins Laktatdehydrogenase auf eine Pankreatitis hin; evtl. auch Herzenzyme zum Ausschluss eines akuten Koronarsyndroms

  1. b) Weiterhin sollte der Urinstatus bestimmt werden, um urogenitale Erkrankungen, wie z.B. eine Nephrolithiasis auszuschließen;

Da nur 15% der Gallensteine röntgenpositiv sind, ist eine diagnostische Röntgenaufnahme nicht immer ausreichend. Sollte der Verdacht auf eine Cholezystitis vorliegen, ist die Sonographie das Mittel der Wahl/der Goldstandard. In Zweifelsfällen kann eine Computertomographie durchgeführt werden.

  1. Therapie: Therapieoptionen sind die Gabe von Antibiotika und die Durchführung einer Cholezystektomie, die überwiegend laparoskopisch durchgeführt wird. Sind die Symptome unter antibiotischer Therapie rasch rückläufig, kann die Cholezystektomie zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

 

Nach der Arbeit kommt das Vernügen !

Alles in allem liegen intensive und arbeitsreiche Wochen hinter uns allen – aber auch der Spaß kam nicht zu kurz! Wir halten uns hierbei an das Motto: Wir lachen gern und viel, denn so lernen wir besser und halten unseren Denkapparat in Schwung!

Nach so viel Engagement und Fleiß haben wir uns alle an diesem Wochenende mit einem Grillfest belohnt: Petrus war uns gnädig, das Wetter war schön und die Stimmung heiterJ

Hier sieht man unsere fleißigen Ärztinnen und Ärzte in voller Aktion: Team-Work in der Küche und am Grill!

Andrej und Anas

Grillspezialisten: Oben – Dhiren, unten: Anas, Hamad und Belal

Fröhliches Trio: Vera, Julia und Igballe

Oben: Grillen ist eine ernsthafte Angelegenheit! Konzentration ist angesagt

Julia und Igballe sind da eher heiter gelassen…

Essen im Freien macht einfach Spaß- vor allem, wenn man sich gut versteht!

Gute Freunde: Belal, Ibrahim und Wazeem

Wazeem und Andrej verstehen sich bestens

Im Kurs gibt es auch zwei Ehepaare: Hier sind Julia und Andrii…

….und hier sind Vera und Andrej: beide strahlen um die Wette, denn Andrej hat nun eine feste Stelle. Wir freuen uns für die beiden!

Alles in allem ein gelungener Tag, finden Anas, Ibrahim und ….

……und Wazeem

Abendhimmel über Göttingen – das Ende eines schönen Tages……

 

 

Und wieder ist ein Kurs erfolgreich zu Ende gegangen: Gestern kam die gute Nachricht: Fast alle Teilnehmer haben die Fachsprachenprüfung bestanden

Herzlichen Glückwunsch an unsere Ärztinnen und Ärzte!

Von insgesamt acht Teilnehmern, die die Fachsprachenprüfung in Hannover oder Frankfurt abgelegt haben, haben sieben Teilnehmer bestanden! Wir sind glücklich und freuen uns über ihren Erfolg.
Einige warten noch auf ihre Einladung zur Prüfung – wir drücken ganz fest alle Daumen!!!
Und noch eine gute Nachricht: Etwa die Hälfte unserer Teilnehmer hat schon eine feste Stellenzusage in der Tasche, ein Arzt wurde noch vor dem Ende des Kurses in einem Krankenhaus eingestellt – der Arme musste direkt vom Dienst zur Prüfung fahren – und hat die Prüfung gut bestanden 🙂

Tja, unsere Teilnehmer werden uns fehlen. Wir haben eine schöne Zeit miteinander verbracht und viele schöne Momente miteinander geteilt. Etwas später folgen ein paar Fotos von uns allen.

Wie erhebt man eine professionelle Anamnese?
Unsere Teilnehmer im Seminar mit der Leiterin des Lehr- und Simulationszentrums der Universitätsklinik Göttingen

Hoher Besuch: Die Leiterin der Prüfungskommission stellt die neue Fachsprachprüfung Medizin vor.

Kurz vor der Prüfung: Einige unserer Teilnehmer in Frankfurt.

Der letzte Kurstag: Bald heißt es, Abschied voneinander zu nehmen!

Mit einigen unserer Ärzte bleiben wir im Kontakt – die „Familie“ wächst…..:)

Damit Sie unsere Teilnehmer ein bisschen besser kennenlernen können, folgen hier ein paar interessante Beiträge zu folgenden Themen:
I) Was würden Sie tun, wenn Sie Gesundheitsminister wären?
II) Einige gelungene Beiträge unserer Teilnehmer zu den Themen: Anamnesebericht; Patientenfallvorstellung; Patientenaufklärung und Arztbrief

I.)

Wir haben unsere Teilnehmer gefragt: Was würden Sie ändern, wenn Sie Gesundheitsminister wären? – Hier sind ein paar sehr interessante Vorschläge dazu.

Alboraki

Wenn ich Präsident eines Staates geworden wäre, würde ich zuerst die Armut und Arbeitslosigkeit bekämpfen und den Bau von Entwicklungsprojekten fördern. Außerdem müssten die Reichen mehr Steuern bezahlen, damit auch die Armen ein gutes Leben führen könnten.
Die Korruption müsste man auch bekämpfen.
Ich würde eine starke Wirtschaft aufbauen. (Ich würde die Wirtschaft stärken).
Alle Menschen sollten die gleichen Rechte haben, es sollte keine Unterschiede zwischen den Menschen geben, egal, welche Religion oder Rasse und welches Geschlecht sie haben.
Gerechtigkeit und Gleichheit wäre die Grundlage meiner Regierung.
Das Gesetz würde über allem stehen – ohne Ausnahme.
Die Reichen würden eine Abgabe leisten und diese den Armen geben.

Youssef
(oder besser gesagt: Youssefs Sekretärin???)

Wenn ich Gesundheitsminister wäre, würde ich mich dafür einsetzen, dass alternative Medizin, wie Umweltmedizin, chinesische Medizin, etc. , auch über die Krankenkassen bezahlt werden.
Außerdem würde ich mich für die Forschung, wie z.B. die Krebsforschung, einsetzen. Die Pharmaindustrie würde ich stärker überwachen, so dass wichtige und gute Medikamente zum Einsatz kommen. Sie dürfen nicht aus wirtschaftlichen Gründen zurückgehalten werden, nur weil ein anderes Medikament mit schlechteren Wirkstoffen teurer verkauft werden kann.
Die Pharmaindustrie würde ich, was die Preise angeht, kontrollieren. Medikamente könnenbestimmt günstiger produziert werden.

Feras Alali

Der Beruf bestimmt unser Leben (das Leben der Menschen). /“Man“ kann man eigentlich nicht wirklich deklinieren/
Es gibt ganz unterschiedliche Berufe. Heutzutage ist der Beruf das Wichtigste. Man (bitte nicht: Mann!) muss viel Zeit und Energie aufwenden. Wenn ich noch Student gewesen wäre, hätte ich Naturwissenschaften studiert. (Oder: Wenn ich noch Student wäre, würde ich N. studieren.)
Schöner wäre es gewesen, wenn ich in einem wärmeren Land gelebt hätte. Ein Haus mit Permakultur Design hätte ich auch gern gehabt. Es wäre schöner gewesen, wenn ich früher geheiratet hätte, dann hätte ich Kinder. (nicht: dann hätte ich Kinder gehabt – das bedeutet: Die Kinder sind gestorben, oder weg).
Vielleicht hätten wir einen großen Garten mit fruchtbaren Bäumen neben dem Haus gehabt.
Vielleicht hätten wir – in einer Gesellschaft mit weniger Technologie , großen Konzernen und Supermärkten gesünderes Essen gegessen. Auch die Tiere hätten ein besseres und friedlicheres Leben gehabt.
Ich fände es interessant, mein Essen aus meinem eigenen Garten zu bekommen.
Ohne die bösen Menschen hätte es keine Kriege gegeben. Ohne Handys hätten wir besser miteinander kommuniziert. Aber stimmt Ihr mir zu, dass ohne die Menschheit die Erde besser gewesen wäre?

Nagham

Wenn ich Gesundheitsministerin wäre, würde ich die Arbeitsbedingungen der Ärzte ändern. Ärzte studieren viele Jahre und arbeiten zu viele Stunden, manchmal ohne Pause, denn sie wollen die Patienten nicht unversorgt lassen.
Auch würde ich den Arbeitsablauf eher medizinisch als bürokratisch gestalten.
Die Ärzte verlieren viel Zeit mit Schreiben und Tippen am Computer. Diese Tatsachen würde ich gerne verbessern.
In vielen Krankenhäusern herrscht Ärztemangel, deshalb wäre es besser, wenn wir dafür sorgen würden, dass ausländische Ärzte schneller integriert werden, z.B. Sprachkurse für alle ausländischen Ärzte anbieten, wo sie die Alltagssprache und die medizinischen Fachbegriffe lernen können.
Als Gesundheitsministerin würde ich ein Gesetz erlassen, nach dem jeder Arzt zwei Monate Urlaub hätte, weil diese Art von Arbeit viel Stress bedeutet. Ein Arzt muss immer sehr verantwortungsvoll handeln, und er hat während des Jahres kaum Zeit für Privatleben und Familie.
Viele deutsche Ärzte arbeiten nach dem Studium im Ausland, weil sie dort mehr verdienen. Vielleicht könnten wir auch bei uns die Gehälter erhöhen. Wenn wir das schaffen könnten, wären viele heutige Probleme „kalter Kaffee“. (……wären viele heutige Probleme gelöst).

Deshalb: Wählen Sie Ihre Kandidatin NAGHAM

II)

1)
Aufklärung des Patienten: Die Magenspiegelung
(Autor: Feras Alali, Teilnehmer des Hauptkurses Januar – April 2017)

Eine Magenspiegelung wird häufig durchgeführt, z.B. bei chronischen Magenentzündungen, Aufstoßen oder chronischen Magenschmerzen ist eine Magenspiegelung indiziert, manchmal auch zum Ausschluss einer bösartigen Krankheit oder sogar zur Vorsorge bei älteren Patienten.
Ein Schlauch von 7-9 mm Durchmesser wird durch den Mund in den Rachenraum, die Speiseröhre, den Zwölffingerdarm eingeführt. Dieser Eingriff wird durchgeführt, nachdem der Patient ein Beruhigungsmittel bekommen hat. Der Schlauch hat an der Spitze eine Kamera. Dadurch, dass der schlauch biegsam und eine Kamera eingebaut ist, können wir uns den Magen vollständig anschauen. Die untersuchten Organe werden auf einem Monitor abgebildet.
Diese Spiegelung dauert ca. 15-25 Minuten.
Man kann nicht nur die Organe betrachten, sondern auch Gewebeproben entnehmen. Das ist ja das Beste bei einer Magenspiegelung. Damit können wir z.B. eine bösartige Krankheit feststellen oder früh erkennen.
Vor der Untersuchung muss man 6 Stunden auf Essen und 2-3 Stunden vorher auf Trinken verzichten. Nach der Spiegelung darf der Patient wegen der Narkose nicht sofort am Straßenverkehr teilnehmen.
Bei einer Magenspiegelung können allerdings auch Risiken auftreten, z.B.
1) die Verletzung der Organe oder der Organwand
2) Blutungen nach der Entnahme einer Gewebeprobe
3) Herz-Kreislauf- oder Atmungsprobleme
4) Allergien gegen Kontrastmittel
Alternativen zu einer Magenspiegelung könnten auch Röntgenaufnahmen durchgeführt werden, oder auch ein Blutbild angefertigt werden, aber diese Methoden haben nicht den Vorteil, dass man eine Gewebeprobe entnehmen kann.

2)

Patientenfallvorstellung
(Autor: Waleed Watfa, Teilnehmer des Hauptkurses Januar – April 2017)

Frau Schmidt ist eine 38-jährige Patientin, 170 cm groß, 90 kg schwer, von Beruf Lehrerin in einer Grundschule.
Sie stellte sich heute mit vor 6 Wochen aufgetretener Abgeschlagenheit und Müdigkeit auf unserer Station vor. Die Patientin berichtet, dass sie sich seit einigen Monaten schwach fühle, was sich im Laufe der Zeit verstärkt habe.
Ferner sind der Patientin die folgenden Symptome aufgefallen:
1) Kälteunverträglichkeit
2) Verstopfung
3) Trockenheit der Haut
4) Eine Schwellung im Gesicht
Aus der vegetativen Anamnese ergaben sich eine ungewollte Gewichtszunahme (8 kg in den letzten 2 Monaten), zunehmende Schlafstörungen, Menorrhagie sowie ein hypotonischer Anfall mit Schwarzwerden vor den Augen.
Die Vorgeschichte der Patientin ist bis auf eine Tonsillektomie in der Kindheit unauffällig.
Die Familienanamnese ergab eine arterielle Hypertonie beim Vater und Schilddrüsenprobleme bei der Tante mütterlicherseits.
Die Patientin rauche nicht und trinke nur gelegentlich ein Glas Wein.
Sie ist verheiratet und lebt zusammen mit ihrem Ehemann.

Ich gehe von einem Verdacht auf eine Hyperthyreose aus. Als Alternative kommt auch eine Anämie in Betracht.
Zur Abklärung würde ich die folgenden Untersuchungsmaßnahmen durchführen: Blutabnahme (Blutbild und Schilddrüsenparameter feststellen); Sonographie der Schilddrüse.
Nach Vorliegen der Befunde können wir dann das weitere Procedere besprechen.

3)

Anamnesebericht
(Autorin: Nagham Aljerk, Teilnehmerin des Hauptkurses Januar – April 2017)

Eine 31-jährige Patientin stellte sich in der Notaufnahme mit rezidivierenden Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Müdigkeit vor. Diese Beschwerden würden seit 5 Jahren schubweise auftreten, aber seit zwei Tagen seien die drückenden Schmerzen schlimmer geworden.
Die Beschwerden seien von einem Beinödem und einem roten Ausschlag im Gesicht begleitet.
Außerdem habe die Patientin Fieber (38,5 ° C) und Dyspnoe. Aus der bisherigen Krankengeschichte sind wiederkehrende Harnwegsinfekte und eine Fehlgeburt in der zwölften Schwangerschaftswoche vor zwei Jahren bekannt.
Die Patientin ist Nichtraucherin, sie trinke ein bis zwei Flaschen Bier am Wochenende.

4)

Anamnesebericht
(Autorin: Adriana Vollmer, Teilnehmerin des Hauptkurses Januar-April 2017)

Eine 38-jährige Patientin stellte sich in der Praxis wegen Müdigkeit und Adynamie vor. Die Beschwerden seien vor 6 Wochen langsam aufgetreten. Die Patientin gibt an, dass sich die Beschwerden im Laufe der Zeit deutlich verschlimmert hätten. Die Beschwerden seien von kälteempflindlichkeit (oder besser Kälteintoleranz??) und Konzentrationsstörungen begleitet. Auf genauere Nachfrage berichtete sie über trockene Haut und Myxödeme im Gesicht. Außerdem sei eine Episode von Schwindelkeit und Hypotonie hinzugekommen, die nicht behandelt worden sei.
Als Vorerkrankungen berichtete die Patientin über eine Tonsillektomie als sie 10 Jahre alt war. Es sind keine Allergien bekannt. Die Patientin nehme keine Medikamente ein.
Die vegetative Anamnese ergab ungewollte Gewichtszunahme von 8 Kilo in 2 Monaten, Obstipation und Schlaf-und Menstruationsstörungen. Die Patientin erzählt über einen unerfüllten Kinderwunsch. Sie trinke gelegentlich Alkohol, nur am Wochenende.
In der Familieanamnese fanden sich Hypertonie beim Vater und eine Schilddrüsenerkrankung bei einer Tante mütterlicherseits.
Die Patientin arbeitet als Lehrerin in einer Grundschule und ist verheiratet.
Die Patientin zeigt einen guten Allgemeinzustand und einen adipösen Ernährungszustand.

5)

Arztbrief
(Autor: Sandesh Dinesh, Teilnehmer des Hauptkurses Januar-April 2017)

Sehr geehrter Herr Dr. Richter,
nachfolgend berichte ich über Frau Müller, 56 Jahre alt, die heute in unserer Notaufnahme behandelt wurde. Die Patientin stellte sich wegen seit einigen Wochen regelmäßig wiederkehrender, belastungsabhängiger Brustschmerzen vor. Die Schmerzen seien plötzlich aufgetreten, jede Episode habe etwa 10-15 Minuten gedauert. Ferner berichtet die Patientin, dass sich die Schmerzen in (durch) Ruhe gebessert hätten. Vegetative Begleitsymptome, wie Schwitzen, Erbrechen, etc., seien nicht aufgetreten. Auf genauere Nachfrage gibt die Patientin an, seit 2 Jahren mehrere ähnliche Episoden gehabt zu haben.
Bis auf eine Durchschlafstörung ist die Vegetative Anamnese unauffälllig.
An Vorerkrankungen ist ein Diabetes mellitus bekannt, der mit Metformin therapiert wird.
An Vor-OPs ist eine vor 30 Jahren erfolgte Cholezystektomie zu nennen.
Frau Müller ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Als Bankkauffrau ist sie beruflich stark eingespannt und steht häufig unter hohem Stress.
Von der Patientin werden ein Alkohol – und auch ein Nikotinabusus verneint. Lediglich zu geselligen Anlässen trinke sie ein Glas Wein.
In der Familienanamnese fand sich ein Herzinfarkt bei ihrem Bruder.
Auf Basis der erhobenen Anamnese gehe ich von einem Verdacht auf Angina Pectoris aus. Als Differentialdiagnosen kommen eine Pleuritis oder auch eine chronische Herzinsuffizienz in Betracht.
Zur weiteren Abklärung schlage ich vor, ein EKG, ein Belastungs-EKG, sowie eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Cholesterinwerte durchzuführen. Um die Diagnose zu sichern, kann auch eine Angiographie durchgeführt werden.
Sollte sich die Diagnose XY bestätigen, empfiehlt sich eine Behandlung mit Aspirin, B-Blockern und ggf. einer perkutanen koronaren Intervention.
Mit freundlichen kollegialen Grüßen

6)

Arztbrief
(Autorin: Nagham Aljerk, Teilnehmerin des Hauptkurses Januar-April 2017)

Sehr geehrter Herr Dr. Richter,
Frau Müller ist eine 56-jährige Patientin, die sich heute Morgen wegen eines Druckgefühls in der Brust in unserer Praxis vorstellte. Die Schmerzen seien plötzlich aufgetreten, würden in die rechte Schulter ausstrahlen und seien von Dyspnoe begleitet.
Die Patientin berichtet, dass sie seit einigen Jahren immer wieder ähnliche Beschwerden habe, die aber nunmehr schlimmer geworden seien. (sich verschlimmert hätten). Die Beschwerden würden insbesondere bei Belastung auf der Arbeit auftreten.
Weiterhin gibt die Patientin an, unter Durchschlafstörungen zu leiden.
Aus der Krankengeschichte sind ein Diabetes Mellitus Typ II sowie erhöhte Blutfettwerte bekannt. Gegen den Diabetes nehme sie regelmäßig Metformin ein.
An Vorerkrankungen ist eine vor 30 Jahren erfolgte Cholezystektomie zu nennen.
In der Familienanamnese sind Herzinfarkte bei ihrem Bruder (im Alter von 47 Jahren) sowie bei ihrer Tante (im Alter von 57 Jahren) bekannt.
Die Patientin rauche nicht und trinke nur gelegentlich Alkohol. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Auf Basis der erhobenen Anamnese gehe ich von einem Verdacht auf Angina Pectoris aus. Differentialdiagnostisch kommen auch ein Myokardinfarkt, eine Lungenembolie oder eine Aortadissektion in Betracht.
Zur weiteren Abklärung schlage ich vor, eine Blutabnahme und eine Herzkatheteruntersuchung durchzuführen.
Sollte sich der Verdacht auf Angina Pectoris bestätigen (erhärten), empfiehlt sich eine Behandlung mit Morphin und Betablockern.Parallel sollte eine Sauerstoffgabe erfolgen.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Jahresrückblick 2016

Frohe Weihnachten und ein glückliches, erfolgreiches Neues Jahr!
Mögen alle Ihre Träume und Wünsche in Erfüllung gehen!

Kalender Kurs
Nach dem Unterricht tut ein Grillfest allen gut 🙂

Das Jahr 2016 war für uns alle ein bewegtes und bewegendes Jahr!
Wir hatten und haben wunderbare Teilnehmer aus allen möglichen Ländern – unter anderem auch aus Syrien, viele von ihnen gelangten unter schwierigsten Bedingungen nach Deutschland – gerade diese Ärzte engagieren sich in einer unglaublichen Weise: Sie sind überaus motiviert, fleißig, hilfsbereit und nehmen jede erdenkliche Chance wahr, sich weiterzubilden.

Daher haben wir versucht, unseren Teilnehmern nicht nur im Unterricht das notwendige Wissen zu vermitteln, sondern haben kleine Exkursionen in „medizinischer Sache“ unternommen: so haben wir eine Fortbildung der Ärztekammer Göttingen besucht, waren in Hannover auf einer Fortbildungsveranstaltung des Marburger Bundes (Ärztegewerkschaft), auf dem Deutschen Lebertag an der Uni-Klinik Göttingen, im ärztlichen Simulationszentrum der Universitätsklinik Göttingen und vieles mehr.

Der Mensch lebt nicht vom Lernen allein 🙂 Daher haben wir versucht, auch ein bisschen Spaß und Bewegung ins Projekt zu bringen. Nach dem anstrengenden Schreiben von Anamneseberichten, dem Vortrag von Patientenfällen oder auch einem gelungenen Referat (bei uns wird in der Regel jeden Tag ein Referat gehalten) – freuen sich die Teilnehmer über die Möglichkeit, sich am Kicker austoben zu können.

Andere Leute kennenzulernen macht auch Spaß, zum Beispiel beim monatlichen Stammtisch in der Katholischen Hochschulgemeinde, oder auch beim jährlichen Konzert der „Camerata Medica“, des Ärztlichen Orchesters der Universitätsklinik Göttingen ….

Ein gelungener Arztbrief von Felipe :)

Entlassungsbrief

Einleitung:
Wir berichten über Ihren Patienten, K.L., geboren am 12.04.2015, wohnhaft in ….., der sich vom 03.02.2016 bis zum 08.02.2016 in unserer stationären Behandlung befand.

Aufgrund einer obstruktiven Bronchitis mit respiratorischer Partialinsuffizienz führten wir eine Therapie mit O2 – Gabe über zwei Tage durch. Zusätzlich wurde eine Therapie mit Salbutamol – Inhalationen über Pariboy sowie Prednisodon iv. für 2 Tage verordnet. Außerdem erhielt der Patient Glucose-Elektrolyt-Infusionen über 2 Tage sowie adstringierende Nasentropfen. Als Physiotherapie bekam Kevin Atemgymnastik und es wurde eine Elternschulung mit dem Spacer eingeleitet.

Die Aufnahme des Kleinkindes erfolgte am 02.03.2016 wegen obstruktiver Bronchitis mit respiratorischer Partialinsuffizienz. Eine Pneumonie konnte ausgeschlossen werden. Der Patient zeigte sich tachypnoeisch und tachykard mit Rasselgeräuschen über der Lunge. Die Infektparameter lagen im Normbereich und das veranlasste Röntgenbild ergab keinen Hinweis auf pneumonische Infiltrate. Angesichts der obstruktiven Bronchitis wurde eine Therapie mit Salbutamol – Inhalationen über Pariboy sowie O2 – Gaben durchgeführt. Den Flüssigkeitsmangel von Kevin substituierten wir über 2 Tage mit Glucose-Elektrolyt-Infusionen. Zudem erhielt Kevin Atemgymnastik und seine Eltern wurden im Umgang mit der Inhalationstechnik geschult.

Wir empfehlen, dem Patienten alle 6 Stunden je zwei Hübe Salbutamol über Spacer sowie adstringierenden Nasentropfen zu verabreichen.
Wir konnten Kevin in gutem Allgemeinzustand und wieder hergestellter Atemfunktion in Ihre ambulante Weiterbehandlung entlassen.
Dem Arztbrief haben wir ein Merkblatt zur weiteren Behandlung beigefügt. Sollten Sie Fragen haben, können Sie sich gern telefonisch an uns wenden.
Wir danken für das Vertrauen in unser Hause und stehen Ihnen für Rückfragen jederzeit gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Felipe K.

Chefarzt 🙂

Und dann gab es etwas zu feiern!

Den ersten Termin zur Fachsprachenprüfung erhielt Felipe – er hat die Prüfung glänzend bestanden. Glückwunsch!!!

Und ein Geburtstagskind gab es auch noch: Saurabh 🙂 Der erste Geburtstag in Deutschland!

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